Film gesehn? fantastitti äi!gegen all die anderen  Schlöcher von Pork Schitty, Schwein der King und Grunz  die Queen jetz hier das Sagen tätärätä, Doofstadt  wird  gekillt, alle Ekelstellen wegradiert; ein  Monster- pärchen  mit brutalen Gewalt- und Allmachts- phantasien ich  laß  mich hoch in Kotzmos schießen  Sternlein  stehn  un leg unten alles in Schitt un  Arsche mit  viel Zärt- lichkeit  füreinander  bisse  beste  Grunz vonne  Wörld Grunz -  Meine Wörld  bisse, Schwein! Über allem aber schwebt der gemein- same  Zentral-Traum  vom schneeweißen Disco- Palast mit seinem on-off-off-beat, Fick mir die Birne, süßer Sound un pump mich heim un pump mich heia un pump un weg... 
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Disco Pigs
VON  ELDA  WALSH
FREIES THEATERHAUS
München am Elisabethplatz 
FRANKFURT
Mi.12.1. bis So 16.1. und Di.18.1. bis Fr.21.1.2000, 20:00
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DISCO PIGS
von Enda Walsh

Disco Pigs, ein Stück des irischen Autors Enda Walsh, ist nah am jugendlichen Lebensgefühl zwischen Omnipotenz und Ohnmacht, Überdruck und Überdruß; der Theatererfolg des letzten Jahres, viel gespielt, ist nun auch in Frankfurt zu sehen.

Darren und Sheila, die beiden Protagonisten, von der Wiege an unzertrennlich, haben sich ihre eigene Welt entworfen, ihre eigene Sprache erfunden. Als "Schwein" und "Grunz", werfen sie sich in den Fight wie Bonnie und Clyde,

Doofstadt wird gekillt, alle Ekelstellen wegradiert

Der kleine, zärtlich-schreckliche Privatkosmos, in dem Schwein und Grunz gegen die restliche Welt regieren, existiert ausschließlich durch ihre Privatsprache, einer Mischung aus Babystammel, Hochsprache, Kürzeln, Slang, Rap und Dialektelementen - poetisch, komisch, böse und schwarz!

ich laß mich hoch in Kotzmos schießen Sternlein stehn un leg unten alles in Schitt un Arsche

Für ihre Inszenierung "Kanak Sprak" von Feridun Zaimoglu wurde die Regisseurin Birgitta Linde in jüngster Vergangenheit gleich zweimal ausgezeichnet. "Kanak Sprak" eröffnete im Bochumer Prinz Regent Theater das Festival Impulse und wurde zum Festival "Politik im Freien Theater" im Theater Rampe in Stuttgart eingeladen.

Es spielen:
Julia Ribbeck
Martin Horn
DJ Beculaz
Regie:
Birgitta Linde

Freies Theaterhaus
Frankfurt
Schützenstr.12
Tel.069 299861-0

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Rezension in der FAZ vom Do.13.01.2000:

Privat-Slang mit hessischen Einsprengseln
Birgitta Linde inszeniert "Disco Pigs" von Enda Walsh am Frankfurter Theaterhaus

Eine Freitreppe mit Leuchtbändern ist der Laufsteg, auf dem sich das Leben von 
Darren und Sheila, den Protagonisten in Enda Walshs Sprechtheaterstück, 
abspielt. Oben auf der Treppe thront in Birgitta Lindes Inszenierung am 
Frankfurter Theaterhaus der DJ, der den Rhythmus vorgibt. Und so, wie er aus 
Musikfetzen immer neue Klangmuster zusammensampelt, ist auch die Diktion der 
beiden Jugendlichen eine raffinierte Collage aus Szenenslang, Privatsprache, 
Werbeslogans, Dialekt und Babygebrabbel. Eine Sprache, die zur Welt wird, einer 
Welt aus Gewalt und Verstörung, jugendlichem Trotz und aggressiver Verteidigung 
gegen alles und jeden, der nicht Teil dieser in sich geschlossenen 
Zwei-Personen-Monade ist. 
Das 1996 uraufgeführte Stück des jungen irischen Dramatikers Enda Walsh erzählt 
die Geschichte der beiden Teenager Darren (Martin Horn), genannt Schwein, und 
Sheila (Julia Ribbeck), genannt Grunz. Sie werden gleichzeitig in der Kleinstadt 
Cork geboren und bilden von klein auf ein scheinbar unzertrennliches  Paar. Wenn 
die beiden in die Disco gehen, nutzt Sheila ihre weiblichen Reize, um mit einem 
der Jungen anzubändeln, was Darren Gelegenheit gibt, sich als männlicher 
Beschützer zu profilieren und den ahnungslosen Nebenbuhler brutal 
zusammenzuschlagen. Doch am Ende hat Darren einmal zu heftig zugelangt. Aus dem 
Spiel mit Gewalt wird tödlicher Ernst. 
Walshs Zwei-Personen-Drama, das in den vergangenen Jahren zu den erfolgreichsten 
Stücken auf deutschen Bühnen zählte, ist beinahe unübersetzbar. Gerade deshalb 
bietet es aber den Regisseuren die Möglichkeit, durch eine freie Übertragung 
eigene Akzente zu setzen. Für ihre Frankfurter Inszenierung hat Birgitta Linde 
gemeinsam mit Martin Horn eine Fassung geschrieben, in der durch die Verwendung 
hessischer Einsprengsel auch der platte Kalauer zu seinem Recht kommt. Ohnehin 
wird der zärtlich-schreckliche Privatkosmos des Teenie-Pärchens als durchaus 
komische Anverwandlung der Welt beschreiben. Mitunter geht es zwischen den 
beiden so lustig zu, dass man die Tragödie, die sich hinter dieser Einkapselung 
verbirgt, leicht vegisst.
Anders als etwa in der Darmstädter Inszenierung von Thomas Krupa, der den Tanz 
der Wörter in aggressives Körpertheater mit ununterbrochener Bewegung der 
Protagonisten überführte, setzt Birgitta Linde auf die Ausdruckskraft der 
Sprache. Mit ihren Inszenierungen von Peter Handke, Gertrude Stein, Ernst Jandl 
oder Ror Wolf hat sich Birgitta Linde in den vergangenen Jahren als Spezialistin 
für sprachkritische und sprachspielerische Stücke erwiesen. Und ihre 
Fähigkeiten, menschliche Bewusstseinsprozesse durch den Umgang mit Sprache 
darzustellen, macht auch aus "Disco Pigs" ein ungemein spannendes 
Theatererlebnis.
Dabei verzichtet Birgitta Linde nahezu vollkommen auf körperliche Aktion. Außer 
ein paar marionettenhaften Tanzschritten hie und da bleibt das Spiel der Akteure 
statisch. Was geschieht, ereignet sich in den Worten. Bravourös meistern Martin 
Horn und Julia Ribbeck die Schwierigkeiten dieser Sprachpartitur, spielen nahezu 
ununterbrochen mit einer ironischen Leichtigkeit und lassen den existenziellen 
Ernst nur sehr gebändigt hin und wieder aufblitzen. Ein weiterer Pluspunkt der 
Inszenierung sind die raffinierten Klangcollagen des weiblichen DJs Beculaz. Die 
Mischung aus Märchenschallplatten, Beethoven und harten Beats sorgte zusätzlich 
für ironische Berechnungen. 
MATTHIAS BISCHOFF
 
 

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