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Die Bayern knurrten, sie wollten nicht in die Ferne schauen, und was lag ihnen an einem sinnvolleren Europa. Sie wollten leben wie bisher, breit, laut, in ihrem schönen Land, mit einem bißchen Kunst, einem bißchen Musik, mit Fleisch und Bier und Weibern und oft ein Fest und am Sonntag eine Rauferei. Sie waren zufrieden, wie es war. Die Zugereisten sollten sie in Ruhe lassen, die Schlawiner, die Saupreußen, die Affen, die geselchten.“ 

Lion Feuchtwanger „Erfolg“ 
 
 

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21. Dezember 1999 | ERFOG | Lion Feuchtwangers München-Roman (1930)
20:00 | Münchner Kammerspiele | Schauspielhaus

Es  liest Jörg Hube. Dazu spielt die Biermösl Blos'n.

"Alle Menschen werden Brüder, und dahinten schlagens's an Neger nieder".
Lion Feuchtwangers "Erfolg" (1930) war gedacht als Rechenschaftsbericht für die "Spätergeborenen" und  Warnung vor der "Herrschaft der Gewalt und des Widersinns", appellierend an die Vernunft - mit geradezu bestürzender Prognose zum "Un-Wesen" des haraufziehenden Faschismus. Siebzig Jahre danach "verknüpft sich der 'Erfolg' zusammen mit den Texten der Biermösl Blos'n absolut unaufdringlich zu einem bayerischen Sittengemälde der Gegenwart.(...) Der Schoß ist fruchtbar noch, nicht nur in Bayern mit seiner herzigen Weltstadt München."(AZ,18.11.99)

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