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Muttermaschine

New Yorker Wissenschaftler  entwickeln künstliche Gebärmutter
 
 

23.02.02 -  Seit Jahren arbeiten Wissenschaftler der New Yorker Cornell-Universität daran, eine künstliche Gebärmutter herzustellen, in der Babys ganz ohne einen Mutterleib auskommen können. Inzwischen konnten die Forscher einen kleinen Erfolg verbuchen: Verwaiste Embryonen, die von künstlichen Befruchtungen in einer Klinik übrig geblieben waren, wuchsen in einer Art Muttermaschine an. Die Wissenschaftler um Hung-Ching Liu hatten Zellen der Gebärmutterschleimhaut mit Hormonen und Wachstumsfaktoren dazu gebracht, an einem Gerüst zu einem Uterus-förmigen Gebilde zu werden. "Wir glauben, in einigen Jahren eine völlig eigenständige künstliche Gebärmutter entwickelt zu haben", sagte Liu der Deutschen Presseagentur. Frauen, deren Gebärmutter zerstört sei, könnten dann Babys bekommen.

Nur sechs Tage wurden die Embryonen in ihrem artifiziellen Mutterschoß alt. Dann beendete Liu das junge Leben. Bei ihrem nächsten Versuch will sie die Embryonen 14 Tage alt werden lassen - das ist die Grenze dessen, was das amerikanische Gesetz zur künstlichen Befruchtung erlaubt.

Viele Reproduktionsmediziner halten weitere Menschenexperimente für unverantwortlich. "Eine Schwangerschaft dauert nun mal neun Monate", sagt etwa Henning Beier von der RWTH Aachen. "Und die ersten 14 Tage sind etwas ganz Anderes als die letzten 14 Tage. Dazwischen liegen Welten." Das "System Schwangerschaft" sei viel zu komplex, als dass Forscher es gut genug ergründen könnten, um es in Gang zu bringen und auch zu halten.

(Quelle: dpa, sz)
 
 

 

 
 
 
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