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. ...Gebührende Langsamkeit und ruhiger Fanatismus
.    Berufsverbot für alle!
   Die Glücklichen Arbeitslosen
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   Sie sind "weder eine Partei, noch eine Sekte, noch irgendeine fest organisierte Gruppe". Die glücklichen Arbeitslosen sind "Menschen, die arbeitslos und glücklich sind oder die gern arbeitslos und glücklich sein möchten".  Da ihre Bewegung erst neu entstanden ist, müssen sie "noch ab und zu arbeiten und sind noch ab und zu unglücklich". Doch ihr Ziel, "das Leben in der glücklichen Arbeitslosigkeit zu verbringen", verfolgen sie "mit der gebührenden Langsamkeit und mit ruhigem Fanatismus".
  Die Glücklichen Arbeitslosen schätzen ihre Mitgliederzahl auf " ein paar Millionen in Europa". Da viele ihr "Coming out“ noch nicht erlebt haben und sich nicht trauen, laut und öffentlich zu sagen, was sie in ihrem tiefsten Innern empfinden, haben sich glückliche Arbeitslose nun entschieden, die Öffentlichkeit zu erobern.
  Gelegenheit dazu liefert ihnen die Radio WerkStatt von DeutschlandRadio Berlin mit der Sendung "Die Legende und idA", eine Hörmaßnahme zu "Integration durch Arbeit" von und mit den Glücklichen Arbeitslosen. Ihre glückliche Arbeitslosigkeit, in der sie sich ungehindert auf die "Suche nach unklaren Ressourcen" begeben können, wird unterbrochen durch Zwangsmaßnahmen: "Integration durch Arbeit". Das Kurztagebuch einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme ist Grundlage dieser Sendung.
 
. DeutschlandRadio Berlin  25.10.1999  0:05 DeutschlandRadio WerkStatt

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Was wollen Die Glücklichen Arbeitslosen  erreichen?

Historische Vorbilder

Wenn ich beschäftigt bin,
schaut mich der Berg an
Wenn ich müßig bin,
schaue ich den Berg an
Beide Dinge mögen
gleich erscheinen
Doch gleich sind sie nicht
Da Beschäftigung
der Muße unterlegen ist
Tsai Wen


 





1918 forderten R. Hausmann, R. Hülsenbeck und J. Golyscheff im Namen des dadaistischen revolutionären Zentralrats-Berlin ?die Einführung der progressiven Arbeitslosigkeit durch umfassende Mechanisierung jeder Tätigkeit. Nur durch die Arbeitslosigkeit gewinnt der Einzelne die Möglichkeit, über die Wahrheit des Lebens sich zu vergewissern und endlich an das Erleben sich zu gewöhnen“
1973 veröffentlichte Peter-Paul Zahl in West-Berlin eine Zeitschrift, "Der Glückliche Arbeitslose“, in der er das Motto "Berufsverbot für alle“ propagierte (das haben sie erst neulich erfahren; darum handelt es sich also nicht um einen direkten Einfluß, sondern um einen glücklichen Zufall).
 


Die Glücklichen Arbeitslosen auf der Suche nach unklaren Ressourcen
...und was machen Sie so im Leben?

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Hier äußern sich die Glücklichen Arbeitslosen zur Sache:


 


"Wenn der Arbeitslose unglücklich ist, dann liegt das auch daran, daß der einzige gesellschaftliche Wert, den er kennt, die Arbeit ist. Er hat nichts mehr zu tun, er langweilt sich, er hat keine Kontakte mehr, da ja die Arbeit oft auch einzige Kontaktmöglichkeit ist, das gleiche gilt übrigens auch für Rentner. Der Grund dieser existentiellen Misere ist natürlich die Arbeit, und nicht die Arbeitslosigkeit.

Jaques Mesrine, einst der "Staatsfeind Nr.1“ Frankreichs, hatte sich entschieden:

Es wurde uns erwidert, der Glückliche Arbeitslose sei nur arbeitslos im Sinne des heutzutage üblichen Gebrauchs des Wortes ?Arbeit“, also ?Lohnarbeit“. Dazu müssen wir ausdrücklich sagen, daß der Glückliche Arbeitslose zwar keine Lohnarbeit sucht, doch sucht er auch keine Sklavenarbeit. Und es gibt soweit wir wissen nur zwei Arten von Arbeit: Sklaven- und Lohnarbeit." 1
 
 

Die   glücklichen  Arbeitslosen
c/o Im Stall, Kastanienallee 84
10435 Berlin-Prenzlauer Berg
 

Das Nichtstun zur Tugend erheben

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1 Quelle: direkte aktion nov/dez 97