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    Die Künstlersozialversicherung
   
 
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Im Jahr 1983 wurde das Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) verabschiedet. Vorausgegangen war die erste und bislang einzige umfassende Erhebung zur sozialen Lage der Künstlerinnen und Künstler aus dem Jahr 1975 (Der Künstlerreport, Hamburg 1975) sowie eine über mehrere Jahre andauernde Debatte, wie eine soziale Absicherung der Künstlerinnen und Künstler aussehen könnte und wer mit welchem finanziellen Anteil dazu beitragen könnte. Herausgekommen ist dabei ein Gesetzeswerk und eine Sozialkasse, die erstmals die Künstlerinnen und Künstler sozialversicherungsrechtlich absichert.

Heute ist festzustellen, dass es Dank des Künstlersozialversicherungsgesetzes geglückt ist, Künstlerinnen und Künstlern den erforderlichen Krankenversicherungsschutz zu gewährleisten. 1998 zählte die Künstlersozialversicherung 102212 Mitglieder. Die Rente, die durch die in die Künstlersozialkasse eingezahlten Beiträge erworben wird, ist hingegen beschämend niedrig. 

Freiberufliche Künstlerinnen und Künstler erfüllen eine wesentliche Voraussetzung zur Mitgliedschaft in den normalen Sozialversicherungen nicht: sie haben keinen Arbeitgeber, der 50 Prozent der Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung zahlen könnte. Bei der Entwicklung des Künstlersozialversicherungsgesetzes wurde daher eine Hilfskonstruktion gewählt. Den üblichen Arbeitgeberbeitrag von 50 Prozent der Sozialversicherungsbeiträge teilen sich die Verwerter, also Verlage, Galerien, Werbeagenturen, Tonträgerher-steller, Kulturveranstalter und der Bund jeweils zur Hälfte. Das heißt der Bund zahlt 25 Prozent der Sozialversicherungsbeiträge und die Verwerter zahlen ebenfalls 25 Prozent. Künstlerinnen und Künstler zahlen wie Arbeitnehmer die restlichen 50 Prozent ihrer Sozialversicherungsbeiträge.

Beide, Bund und Verwerter, sind keine Arbeitgeber der freiberuflichen Künstlerinnen und Künstler. Es konnte aber nach langen Diskussionen und zahlreichen Anhörungen Ende der 70er- und Anfang der 80er-Jahre ein Übereinkommen dahingehend erzielt werden, dass aus kulturpolitischen Gründen und um eine soziale Absicherung der Künstlerinnen und Künstler überhaupt zu ermöglichen, dieser zusätzliche Beitrag beider Parteien, Bund und Verwerter, die Chance bietet, eine soziale Sicherung der Künstlerinnen und Künstler überhaupt zu ermöglichen.

Düsteres Bild - Zur sozialen Lage der Künstler (1999)

Die Zahlen sprechen für sich: Unter den 140.000 Mitgliedern der Künstlersozialkasse verfügen gerade einmal 0,66% in Westdeutschland über ein Einkommen über der Grenze von 61.000 Euro im Jahr, im Osten sind es gerade mal 0,28%. Die jährlichen Durchschnittsbezüge beziffern sich gerade mal auf 11.100 Euro, gesetzlich Renten- und Sozialversicherte dagegen verdienen durchschnittlich 29.200 Euro...
Mehr in einem Bericht der Bundesregierung zur "wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung der künstlerischen Berufe und des Kunstbetriebs in Deutschland:
http://www.artist-forum.de/berichtksk.pdf


Am 18. Januar 2005 diskutierten Vertreterinnen und Vertreter der Enquete-Kommission "Kultur in Deutschland", von Kulturinstitutionen- und verbänden, Kulturschaffende- und -verwerter über die Lebens- und Arbeitssituation von Künstlerinnen und Künstlern sowie über optimale Rahmenbedingungen für alle Akteure des Kulturbetriebs. Im Mittelpunkt standen dabei u.a. Fragestellungen zur Finanzierung der Künstlersozialkasse (KSK) und die Auswirkungen der Hartz IV-Reformen auf die Situation der
Künstler... Mehr unter:
http://www.fes-forumberlin.de/Bundespolitik/pdf/5_1_18_kuenstler.pdf

 

Quellen: mmz 11.99, www.art-in.de/incmeldung.php?id=822 22.02.2005

 
 

Carroll Haak - "Wirtschaftliche und soziale Risiken auf den Arbeitsmärkten von Künstlern"
2008, VS Verlag für Sozialwissenschaften, 259 Seiten, 34,90 Euro.
Mehr bei books.google.de

Mehr zum Thema "Künstlersozialkasse":
http://de.wikipedia.org/wiki/Künstlersozialversicherung

 
 


 
 

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