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Eine Ausstellung zur Zeit
bis 31.Dezember 1999

KUNSTRAUM  INNSBRUCK

Mo - Mi, Fr 11.00 - 18.00
Do 11.00 - 20.00
Sa 10.00 - 17.00

Maria-Theresien-Str. 34
A-6020 Innsbruck
Tel. (43 512) 58 4000
Fax (43 512) 58 4000-15
E-mail: Kunstraum.Innsbruck@tyrol.net
 
 
 

Stunden, Minuten, Sekunden. So verinnt die Zeit. Fast immer wird sie objektiv und subjektiv unterschiedlich wahrgenommen. Philosophisch gesehen läßt sie sich definieren als das unumkehrbare Verhältnis des Nacheinanders, durch das Erfahrung möglich wird. Psychologisch bedeutet Zeit das im menschlichen Bewußtsein verschieden erlebte Vergehen von Gegenwart zu Vergangenheit sowie von erwarteter Zukunft zu Gegenwart.

Es war der Film, durch den die Geschwindigkeit in die Bilder kam und unsere Wahrnehmung radikal veränderte. Sie lernten laufen, erst langsam und dann immer schneller, bis sie sich selbst zu überholen drohten. Und es scheint ausgerechnet wieder das Medium Film zu sein, dessen sich die Künstler heute, in einer Zeit der grenzenlosen Bildüberflutung, bedienen, um der fortschreitenden Beschleunigung der Bilder Einhalt zu gebieten und das "Ende der Geschwindigkeit" vorzubereiten. "Als Vorboten eines möglicherweise gesamtgesellschaftlichen Bedürfnisses drosseln sie das Tempo hin bis zur Realzeit, nehmen sich die Zeit für die tatsächliche Zeit des Lebens da draußen" (Boris Groys), entdecken die Langsamkeit und wecken so ein neues Bewußtsein für die Zeit, die die Zeit braucht, um zu vergehen bzw. voranzuschreiten. Wie lang ist eine Sekunde, wie lang eine  Minute, wie lang kann eine Stunde sein? Mit der Erwartung der Zeit ist die des Wartens als eine existenzielle Grunderfahrung des Menschen verbunden, das Warten darauf, daß etwas passiert.

Die Ausstellung im KUNSTRAUM INNSBRUCK versammelt künstlerische und filmische Beiträge, Film- und Videomaterialien, die dieses Empfinden, diese Auseinandersetzung mit Zeit spürbar werden lassen und uns gleichzeitig die Investition der Zeit abfordern - wollte man tatsächlich alle ausgestellten Arbeiten in voller Länge sehen, müßte man mehr als einen ganzen lieben langen Tag dort verbringen. Als eine der kostbarsten Ressourcen unseres modernen Lebens wird dem Besucher dafür wohl nicht genügend Zeit zur Verfügung stehen. Indem sich die Ausstellung damit bewußt der üblichen Verweildauer in Ausstellungen entzieht, unterstreicht sie zugleich das künstlerische Anliegen, der Kunst eine Ausdehnung in der Zeit zu erobern, die sie im klassischen Sinne nicht hat.

Künstlerinnen u. Künstler: Peter Fischli/David Weiss, Douglas Gordon, Pia Greschner, Derek Jarman, Joachim Koester, Jeroen de Rijke/Willem de Rooij, Beat Streuli, Rosemarie Trockel, Fred Zinnemann

Kurator: Udo Kittelmann
 
 

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