"Ich habe von Anfang an versucht, Kunst zu machen,  [...] die sofort 
voll da ist. Wie ein Hieb ins Gesicht mit dem Baseballschläger, oder besser,  wie  ein Schlag i ns Genick.  Man  sieht  den  Schlag  nicht kommen, er haut einen einfach um."                 Bruce Nauman 1987 
 
 

"Nichts ist wirklicher als Nichts"
Samuel  Beckett


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Samuel Beckett / Bruce Nauman
Die offenen und verborgenen Beziehungen
und geistigen  Verwandschaften zwischen
den  Werken  des  Schriftstellers  Samuel 
Beckett und des Künstlers Bruce Nauman
4. Februar bis 30. April 2000

KUNSTHALLE  WIEN

Mo - So 10.00 - 18.00
Do 10.00 - 22.00
 

Karlsplatz, Treitlstr.12
A-1040 Wien
http://www.KUNSTHALLEwien.at
 
 
 
 

Im Rahmen der Ausstellung wird erstmals der Versuch unternommen, Beckett auch als visuellen Künstler vorzustellen. Es werden Einflüsse aufgezeigt, die Beckett als Künstler (nicht nur als Schriftsteller) auf die amerikanische Avantgarde der 60er und 70er Jahre ausübte. Stellvertetend für diesen Einfluss steht ihr Protagonist Bruce Naumann, dessen Performances zum Teil von Textpassagen Beketts inspiriert sind.
In der Ausstellung treffen die verschiedensten Medien und Exponatarten aufeinander: Notizzettel, Originalmanuskripte, Booklets und Bücher, Skizzen, Zeichnungen, Diashows, Objekte, Fernsehstücke, Videos, Filme, Installationen und Rauminszenierungen.

Becket begann auf Französisch und damit 'ohne Stil' zu schreiben, um das Exzessive und die Farbe des Ausdrucks aufzugeben und sich mehr dem Sprachklang und ihrem Rhythmus in einer für ihn kargen Sprache zu konzentrieren: er wollte in der Lage sein, das zu sagen, was er eigentlich zu sagen hatte. Auch Nauman begann zurückgeworfen auf sich selbst, im Atelier mit dem eigenen Körper zu experimentieren. 
Naumanns Performances lehnen sich an Texte Beketts an, die ähnliche, sich wiederholende und scheinbar bedeutungslose Handlungen beschreiben. Die Videokamera liegt auf der Seite und zeichnet eine Stunde lang auf, was im Atelier geschieht. Der Darsteller, Naumann selbst, bewegt sich mit gestreckten Beinen kreuz und quer durch den Raum, ohne sich um die Logik der geraden Linien zu kümmern. Dieser Vorgang findet seine textliche Entsprechung in Beketts Roman 'Molloy'. Auf steifen Beinen, ohne die Knie zu beugen, ohne anzuhalten stolpert man seitenlang vorwärts. "Denn ich wußte nicht, auf welches Bein ich mich bei meinen Kunstsprüngen stützen sollte. Versuchen wir in diesem Dilemma uns über die Dinge klar zu werden. Das Bein, das schon lange steif war, folgen Sie mir gut, tat mir weh, das bedarf keiner Worte, und das andere diente mir gewöhnlich als Drehpunkt oder Stütze."

Samuel Barcley Bekett (1906- 1989)
studierte am Trinity College in Dublin Französisch, Italienisch und Neuere Literatur. Als Student soll er durch sportlichen Ehrgeiz - als Boxer, Kricketspieler und Motorradfahrer - von sich reden gemacht haben. Von 1928- 1930 war er Englisch-Lektor in Paris, dort gehörte er zum Kreis um Joyce an. Ab 1929 veröffentlichte er in Paris erste literarische Beiträge. Nach Aufenthalten in verschiedenen Ländern lebte er ab 1937 wieder in Paris, wo er sich später der Résistance zur Verfügung stellte. 1942 musste er fliehen. Bekett schrieb zunächst englisch und übersetze dann selbst ins Französische, später weigerte er sich - "um mich noch ärmer zu machen"- seiner Muttersprache und schrieb seine Werke erst in Französisch, bevor er sie ins Englische übertrug. Berühmtheit erlangte Bekett mit 'Warten auf Godot' (1953). Bekett wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. der Médaille de la Résistance (1945), dem Nobelpreis für Literatur (1969) und der Große Theaterpreis der Autoren- und Komponisten- Gesellschaft SACD in Frankreich (1984). 
Hörspiele: 'All That Fall' (1957), 'Embers' (wurde 1959 mit dem prix Italia ausgezeichnet und als 'Aschenglut' vom SWF/BR produziert), 'Cascando' (1963/BR 1995), 'Radio II' (1976).

Bruce Nauman,
1941 geboren, ist einer der renommiertesten bildenden Künstler. Der "Meister des Alptraums und der Ekstase" (SZ) hat in unterschiedlichsten Bereichen gearbeitet: er drehte Filme, fotografierte, machte Neonskulpturen und spielte mit der Wahrnehmung in closed-circuit-Installationen. Daneben entstehen Arbeiten, die immer wieder die Themen Schmerz, Folter und Erniedrigung sowie Abstumpfung durch Wiederholung behandeln.
text-quellen: kunsthalle wien und bayern2-radio
 

bis 26.03.2000
Sonderausstellung Bruce Nauman
Museum für NeueKunst|ZKM
Karlsruhe, Lorenzstr.9

täglich ausser Montag 10.00-18.00 Uhr
und Mittwoch 10.00-20.00 Uhr
 
 
 

bis 02.07.2000
Bruce Nauman
Werke aus belgischen, 
deutschen und niederländischen 
Sammlungen 
Wilhelm Lehmbruck Museum
Duisburg

Di-Sa 10-17 Uhr, So 10-18 Uhr 

Information:
http://www.duisburg.de/lehmbruck/
 
 
 
 
 
 

"...the whole thing's coming out of the dark"
Samuel Beckett- words / sounds & moving images
Hörspiel, Performance und Live-Radiosendung aus der Kunsthalle Wien
Idee und Textauswahl: Gaby Hartel und Klaus Buhlert.
Konzeption und Regie: Klaus Buhlert.
Eine Gemeinschaftsproduktion von Bayerischer Rundfunk
Hörspiel und Medienkunst,  Kunsthalle Wien,  ORF, 
DLR, ZKM Karlsruhe 2000

part one, Freitag 04. Februar  2000 / part two, Freitag 24. März 2000

jeweils 20:05 in Bayern2-Radio
 
 

Samuel Beckett on UbuWeb Sound
... The Whole Thing's Coming Out of the Dark
(MP3-Audio-Dateien)

http://www.ubu.com/sound/beckett_whole_thing.html

 
 

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