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MEDIEN-NACHRICHTEN
last update 03.11.2002 - 20:00
 
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03.11.02 Microsoft-Prozess: US-Richterin akzeptiert außergerichtliche Einigung
03.11.02 Oekonux-Konferenz in Berlin: Diskussion über freie Software
31.10.02 Heinz Bauer kauft KirchMedia
30.10.02 Panne beim Abhören von Verdächtigen: Lauschkosten abgerechnet
29.10.02 Kommissar Computer taugt kaum noch zur Verbrecherjagd
26.10.02 BigBrotherAwards 2002: Datenschützer kritisieren BKA, Microsoft, ...
26.10.02 Datenschützer gegen Pläne zum Ausbau der Überwachung im Internet
25.10.02 Datenschützer warnen vor Gen-Missbrauch.
16.10.02 Google-Suchroboter stellt Internet-Nachrichtendienst zusammen
15.10.02 Von der Freien Software zur Freien Gesellschaft?
14.10.02 Infopolitik, Elektronische Medien und die Krise der Demokratie
10.10.02 Neue Ausgabe des Archivs für Mediengeschichte
09.10.02 Öffentlich-rechtliches Parteien-Proporz-TV
08.10.02 Buch-Neuerscheinung: "Virtuelle Welten - reale Gewalt"
07.10.02 Klang wie aus der Tiefkühltruhe: 20 Jahre Audio-CD
07.10.02 Neues Datenübertragungsverfahren: Datenaustausch per Händedruck
14.09.02 Europol soll US-Behörden bis Jahresende Daten liefern
11.09.02 Anti-Terror-Kampf: Internet verstärkt unter Kontrolle der Geheimdienste.
27.05.02 Fälschten US-Militärs Bin-Laden-Videos?
27.05.02 US-Armee verschenkt elektronische Killerspiele an Jugendliche
17.05.02 Experten: Gewalt in den Medien führt nicht direkt zu Bluttaten
16.05.02 Computerspiel "Counter-Strike" bleibt Jugendlichen zugänglich
29.04.02 Forscher: Globalisierung der Gewaltkultur hat Deutschland erreicht
22.04.02 Wissenschaftler: Terrorismus ist medienorientiert
05.03.02 Webcasting - Radiomachen im Netz



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M e d i e n / S o f t w a r e / Anti-Trust-Verfahren

Anti-Trust-Verfahren gegen Microsoft

US-Richterin akzeptiert außergerichtliche Einigung


03.11.2002 - Ein Jahr nachdem sich das US-Justizministerium und Microsoft über eine außergerichtliche Einigung im Anti-Trust-Verfahren verständigt hatten, hat Richterin Colleen Kollar-Kotelly diesen Kompromiss als "im öffentlichen Interesse" akzeptiert. In dem Papier hatte Microsoft sich bereit erklärt, eine Reihe von Auflagen zu akzeptieren, um weitere Verstöße gegen das US-Kartellrecht auszuschließen.

In ihrem Urteil bestätigte die Richterin diese Auflagen, empfahl Microsoft jedoch, noch einmal nachzubessern, um weitergehenden Forderungen der Kläger entgegenzukommen. Nach dem jetzt vorliegenden Urteil muss Microsoft PC-Herstellern größere Freiheiten bei der Installation konkurrierender Software geben und sicherstellen, dass die Software von Mitbewerbern reibunglos mit Software aus dem eigenen Haus zusammenarbeitet. Die zu diesem Zweck notwendigen technischen Informationen, beispielsweise Software-Schnittstellen für Middleware-Produkte und Server-Protokolle, müssen gegenüber dem jeweiligen Wettbewerber offen gelegt werden.

Microsoft-Gründer Bill Gates und US-Justizminister John Ashcroft begrüßten das gefällten Richterspruch, der im Wesentlichen den bereits im November 2001 vereinbarten Vergleich zwischen dem Unternehmen und der US-Regierung bestätigt. Während Gates von einem harten, aber fairen Kompromiss sprach und Ashcroft sogar einen "großen Sieg für die Verbraucher und die Industrie" feierte, schlossen die neuen Bundesstaaten, die dem Abkommen vor einem Jahr nicht zugestimmt hatten, eine Berufung vor dem Obersten Gerichtshof nicht aus. Auch Microsoft-Gegner und -Konkurrenten übten harte Kritik an dem Urteil. "Die US-Justiz hat vor einem Konzern kapituliert, der die Industrie seit einem Jahrzehnt terrorisiert", schimpfte Mike Pettit, Präsident des Handelsverbandes ProComp. Unterstützung bekam er von unabhängigen Beobachtern wie etwa dem Baltimorer Juristen Bob Lande, der das Urteil als "einen Microsoft-Sieg auf der ganzen Linie" bezeichnete. Die Firmen Sun Microsystems und AOL Time Warner kündigten an, weiter juristisch gegen Microsoft vorgehen und dabei auch mit der EU zusammenarbeiten zu wollen. Die EU-Kommission betreibt ein Kartellrechtsverfahren gegen Microsoft. Dabei geht es um den Verdacht, ob der Software-Riese seine marktbeherrschende Stellung bei Arbeitsplatzrechnern missbräuchlich ausnutzt. (Quellen: heise, fr, taz)

Mehr unter:
http://www.heise.de/newsticker/data/wst-02.11.02-000/
http://www.heise.de/newsticker/data/em-02.11.02-003/
http://www.heise.de/newsticker/data/cp-02.11.02-000/



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M e d i e n / F r e i e S o f t w a r e /

Zweite Oekonux-Konferenz in Berlin

Diskussion über freie Software


03.11.2002 - Am Freitag wurde in Berlin die zweite Oekonux-Konferenz eröffnet. Bis zum Sonntag diskutieren die Konferenzteilnehmer über die Keimform freier (Programmier)-Arbeit.

Jamie King und Alan Toner stellten ihren Vorschlag vor , Kunst in eine Art öffentlichen-rechtlichen Raum zu stellen, in dem das Copyright abgeschafft ist. Diskutiert wurde, ob sich die Idee der beiden Engländer abseits der Kulturproduktion auch auf die Softwareproduktion übertragen lässt. Mehr unter:

Mehr unter:
http://www.heise.de/newsticker/data/em-02.11.02-002/
http://www.oekonux-konferenz.de



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M e d i e n / F e r n s e h M a r k t/

Dritte Kraft auf dem Fernsehmarkt

Heinz Bauer kauft KirchMedia


31.10.2002 - Nicht der italienische Unternehmer und Ministerpräsident Silvio Berlusconi kauft KirchMedia, wie lange Zeit befürchtet, nicht der französische Fernsehsender TF 1, auch nicht der Amerikaner Haim Saban. Der Gläubigerausschuss des insolventen Kirch-Konzerns entschied sich am Mittwoch für den Hamburger Verleger Heinz Bauer, den Chef eines 127 Jahre alten Familienbetriebes, der heute zu den zehn größten Medienunternehmen Deutschlands gehört und sein Geld vor allem mit Zeitschriften wie "Bravo", "TV Movie", "Neue Revue" und "Praline" verdient. Bauer habe gemeinsam mit der HypoVereinsbank das beste Angebot abgegeben, hieß es. Von zwei Milliarden Euro ist die Rede.

Mit KirchMedia hat Bauer das Filetstück des untergegangenen Kirch-Imperiums gekauft. Er erhält 13 000 Spielfilme, 2 000 Fernsehfilme und 41 000 Serienstunden aus der riesigen Filmrechte-Bibliothek. Darunter sind viele Ladenhüter, die sich bestenfalls nachts im Fernsehprogramm verstecken lassen, aber auch Klassiker wie "La Strada" und "Citizen Kane".

Bauer besitzt jetzt auch die Fernsehsender Pro Sieben, Sat 1, Kabel 1 und N 24, die sich vor einiger Zeit zu einem gut funktionierenden Verbund zusammengeschlossen haben. Damit kommt Bewegung auf den deutschen Fernsehmarkt. Mit einem Schlag ist Bauer zum dritten großen Spieler geworden - neben dem Bertelsmann-Konzern mit seiner Senderfamilie RTL, RTL 2, Vox und n-tv sowie den öffentlich-rechtlichen Anbietern ARD und ZDF. (Quelle: blz)



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M e d i e n / M o b i l F u n k / Ü b e r w a c h u n g /

Panne beim Abhören von Verdächtigen

Lauschkosten abgerechnet


30.10.2002 - Wegen einer technischen Panne ist einem Zeitungsbericht zufolge Dutzenden mutmaßlicher Extremisten und Straftäter auf der Telefonrechnung für ihr Handy bekannt gemacht worden, dass sie abgehört wurden. Laut "Süddeutscher Zeitung" bekamen die Betroffenen kürzlich eine Rechnung des Telefonanbieters O 2 (ehemals Viag Interkom), in der Verbindungen zu einer unbekannten Mailbox aufgelistet waren. Die Zeitung berichtet unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass etwa 50 Personen die Kosten für gegen sie gerichtete Abhöraktionen in Rechnung gestellt worden seien. Von dem Vorfall betroffen seien nur Inhaber einer 0179-Telefonnummer, die sich auf ihrer Rechnung Einzelverbindungen nachweisen ließen, heißt es in dem Bericht. Als diese die fragliche Mailboxnummer angerufen hätten, sei eine Ansage ertönt, dass der Anruf nicht berechtigt sei. (Quelle: ap)



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M e d i e n / C o m p u t e r / Ü b e r w a c h u n g /

Kommissar Computer taugt kaum noch zur Verbrecherjagd

Fahnder ertrinken im Datenmeer


29.10.2002 - "Kommissar Computer" leistet heute deutlich weniger als vor 25Jahren – wegen der rasanten Zunahme an Daten und Rechenkapazität. Heute ertrinken die Fahnder geradezu in einem Datenmeer, jeder Erwachsene erzeugt schließlich täglich Dutzende von Spuren (SZ, 10.9.2002): Geldtransfers, Einkäufe, E-Mails, Handygespräche.

Diese Menge ist ein Fluch: Erstens müssen sich die Fahnder mit Daten zufrieden geben, die von Dritten erhoben worden sind. Sie wissen oft nur wenig darüber, wie sauber und vollständig die Sammlung ist. Zweitens können die Polizisten die Myriaden von Hinweisen nicht mehr selbst eingeben und dabei auf offensichtliche Fehler kontrollieren. Stattdessen müssen sie die Daten automatisch bearbeiten. Und dabei geht so manche Zusatzinformation verloren, etwa in den Abrechnungsdaten eines Stromlieferanten, der sich in einem Kommentarfeld notiert, wie oft in einer bestimmten Straße der Strom ausfällt.

Und drittens sind manche Daten schlicht veraltet, und keiner merkt's. Nach einer Untersuchung der Bestände des amerikanischen Geheimdienstes CIA sagte der Dokumenten-Theoretiker David Bearman vor fünf Jahren, die Fahndung in Dokumenten sei so erfolglos, weil die "Metadaten" nicht ausreichend berücksichtigt werden. Sie geben Hinweise, bis wann der Leser den Angaben in einem Datensatz trauen darf, etwa einer Angabe zum Gewicht einer Person, das vor 10 Jahren registiert wurde.

Die Qualität der Daten aber ist entscheidend, wenn eine Rasterfahndung Erfolg haben soll. (Quelle: sz)

Datenschützer diskutieren Rasterfahndung
Die Rasterfahndung, die durch den Computerabgleich verschiedener Personendaten Terroristen aufspüren soll, war nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 auf New York und Washington eingeführt worden. Datenschützer hatten Bedenken geäußert.
Mehr unter:
http://www.heise.de/newsticker/data/anw-24.10.02-006/



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M e d i e n / Ü b e r w a c h u n g / D a t e n s c h u t z

BigBrotherAwards 2002

Datenschützer kritisieren BKA, Innenminister, Microsoft, ...


26.10.2002 - Der Deutsche Bundesrat, das Bundeskriminalamt (BKA), die Länderinnenminister Volker Bouffier und Fritz Behrens sowie die Microsoft AG erhalten die "BigBrotherAwards" 2002. Die Negativauszeichnungen für datenschutzschädigende Taten wurden am Freitag abend zum dritten Mal verliehen. Der Jury gehörten Vertreter von sechs Datenschutz- und Bürgerrechtsorganisationen sowie der Rechtsanwalt und Publizist Rolf Gössner an.

Mit der Verleihung des Lifetime-Award und des Hauptpreises ist Microsoft der eindeutige Gewinner des diesjährigen Big Brother Award. Der jährlich verliehene Preis für die Missachtung des Datenschutzes erging an die deutsche Niederlassung von Microsoft. (Quellen: jw, heise)

Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2002/10-26/001.php
http://www.heise.de/newsticker/data/jk-25.10.02-015/
http://www.bigbrotherawards.de



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M e d i e n / I n t e r n e t Ü b e r w a c h u n g / D a t e n s c h u t z

Menschenrecht auf Achtung des Privatlebens

Datenschützer protestieren gegen Pläne
zum Ausbau der Überwachung im Internet


26.10.2002 - Die Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder wenden sich entschieden gegen die Absicht, sämtliche Nutzerdaten im Internet und anderen elektronischen Netzen zu speichern, damit sie für Geheimdienste und Strafverfolgungsbehörden zur Verfügung stehen. Die 64. Konferenz der Datenschutzbeauftragten in Trier forderte die Bundesregierung gestern auf, entsprechende Pläne, die in der Bundesrepublik wie auch auf europäischer Ebene diskutiert werden, nicht weiterzuverfolgen.

So hat der Bundesrat auf Antrag der unionsgeführten Länder gefordert, alle Anbieter von Telekommunikations- und Multimediadiensten zu verpflichten, sämtliche Bestands-, Verbindungs-, Nutzungs- und Abrechnungsdaten auf Vorrat für wenigstens ein Jahr zu speichern. Auf dieses umfassende Datenreservoir sollen Strafverfolgungsbehörden, die Polizei und der Verfassungsschutz zugreifen können. Auch die EU-Mitgliedstaaten diskutieren im Rahmen ihrer Zusammenarbeit in den Bereichen Justiz und Inneres entsprechende Maßnahmen.

Die Datenschutzbeauftragten betonten, dass das Telekommunikationsgeheimnis die unabdingbare Voraussetzung für eine freiheitliche demokratische Kommunikationsgesellschaft sei.

Am 11. September hat die Konferenz der europäischen Datenschützer in einer Erklärung betont, dass eine flächendeckende und anlassunabhängige Speicherung sämtlicher Nutzungsdaten nicht nur unverhältnismäßig, sondern auch mit dem Menschenrecht auf Achtung des Privatlebens nicht vereinbar wäre. Eine routinemäßige verdachtslose Speicherung der Nutzungsdaten sei auch mit dem deutschen Verfassungsrecht nicht zu vereinbaren. (Quelle: taz)
http://www.taz.de/pt/2002/10/26/a0106.nf/text.name,asktVNCpS.n,0



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M e d i e n / D a t e n s c h u t z / G e n d a t e n b a n k

Dringender Handlungsbedarf

Datenschützer warnen vor Gen-Missbrauch.


25.10.2002 - Angesichts des rasanten Fortschritts in der Gentechnik haben Datenschützer und Experten vor einer kommerziellen Ausbeutung des menschlichen Erbguts gewarnt und bei der Bundesregierung schärfere gesetzliche Regelungen angemahnt. Beim Schutz genetischer Daten bestehe dringender Handlungsbedarf, sagte der Vorsitzende des Nationalen Ethikrates, Spiros Simitis, am Donnerstag am Rande der Jahrestagung des Gremiums in Berlin. Er kündigte an, der Ethikrat werde im kommenden Jahr eine Stellungnahme zu so genannten Biobanken veröffentlichen, an der sich der Gesetzgeber orientieren könne.

In Biobanken werden in großem Umfang menschliche Substanzen wie Blut, Gewebe oder Zellen gespeichert. Von den darin enthaltenen genetischen Daten versprechen sich Forschung und Pharmaindustrie die Entwicklung neuer Therapieformen und Medikamente gegen Erb- und Volkskrankheiten. Die Datenbanken sind ethisch umstritten, weil sie in die Persönlichkeitsrechte ihrer Spender eingreifen und meist ungeklärt ist, wem genau die Daten gehören. Rot-Grün hat im Koalitionsvertrag angekündigt, den Umgang mit genetischen Daten in dieser Legislatur regeln zu wollen. (Quelle: bz)

Mehr zum Thema:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv/a0210280.htm#top



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M e d i e n / Freie Software

Kollege Computer als Nachrichten-Redakteur

Google lanciert ausschließlich von Suchrobotern
zusammengestellten Nachrichtendienst


16.10.2002 - Geht es nach den Vorstellungen der Betreiber der Suchmaschine Google, so könnte die Arbeit von Redakteuren bald überflüssig werden. Denn mit einer überarbeiteten und prominenter placierten Beta-Version des bereits seit Frühjahr angebotenen Dienstes "Google News" (http://news.google.com) will der Internet-Gigant nun auch im Nachrichtengeschäft mittun.

Einer Nachrichten- oder Zeitungs-Website zum Verwechseln ähnlich präsentiert "Google News" auf einer Frontpage sowie auf sieben "Ressort"- Übersichtsseiten laufend aktualisierte und nach Relevanz gewichtete Schlagzeilen und Bilder, die von anderen Websites übernommen werden. Jede Headline führt den User zurück zur Quelle der Meldung und wird ergänzt durch Links auf die Berichterstattung anderer Anbieter zum selben Ereignis sowie durch mitunter Hunderte von weiteren themenrelevanten Artikeln der vergangenen dreissig Tage.

Und all dies geschieht, wie Google stolz verlauten lässt, ohne eigene Redaktion. Vielmehr grasen Suchroboter kontinuierlich rund 4000 englischsprachige Websites nach News ab, darunter etwa die Angebote von "New York Times", "Guardian", CNN oder "Jerusalem Post". Zentrale Redaktionsaufgaben wie Auswahl, Kategorisierung und Gewichtung der Nachrichten werden durch eine von Google entwickelte, ausschliesslich auf mathematischen Algorithmen basierende Gruppierungstechnologie erledigt. Kriterien für die Aufnahme eines Themas sind Anzahl, Umfang sowie Placierung der zu einem Ereignis veröffentlichten Beiträge. Für die Auswahl der Quellen werden nach Auskunft von Marissa Mayer, Produktmanagerin von "Google News", neben vielen anderen Faktoren Reputation, Reichweite sowie Aktualität einer Website herangezogen. (Quelle: nzz)

Mehr unter:
http://www.nzz.ch/2002/10/11/em/page-article8G3MN.html
http://www.taz.de/pt/2002/10/17/a0210.nf/text

Google News:
http://news.google.com



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M e d i e n / Freie Software

2. Oekonux-Konferenz

Von der Freien Software zur Freien Gesellschaft?


15.10.2002 - Ökonomische, gesellschaftliche und politische Folgen des Prinzips der freien Software und der GNU General Public License (GPL) sind Gegenstand der zweiten Oekonux-Konferenz, die vom 1. bis zum 3. November an der Technischen Universität Berlin stattfindet. Die GPL stellt eine der Grundlagen für die Verbreitung freier Software dar und sieht unter anderem vor, den Quelltext von Software offen zu legen und Dritten frei zugänglich zu machen. Dabei steht es jedem frei, die Arbeit als Grundlage für eigene Anpassungen zu verwenden, wenn dieser Quelltext dann ebenfalls veröffentlicht wird.

In Podiumsdiskussionen, Vorträgen und Workshops soll untersucht werden, ob dieses Prinzip und die vernetzte Arbeitsweise der Entwickler freier Software auf andere gesellschaftliche und wirtschaftliche Bereiche übertragbar sind. Veranstalter ist das virtuelle Projekt Oekonux, das sich mit dieser Frage laufend über Mailinglisten und in Arbeitskreisen beschäftigt. (Quelle: heise)

Mehr Information unter:
http://www.oekonux-konferenz.de/



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M e d i e n / MedienKritik

"dark markets"

Konferenz zu Infopolitik, Elektronische Medien
und die Krise der Demokratie


14.10.2002 - "Von den utopischen Hoffnungen, die noch vor einigen Jahren an das Internet geknüpft wurden, ist wenig geblieben. Angesichts der Dotcom-Krise und einer zunehmenden Überwachungspolitik hat sich weltweit Pessimismus breit gemacht."

Diese ernüchternde Erkenntnis stand zu Beginn der zweitägigen Konferenz "Dark Markets", einer Veranstaltung der österreichischen Netzkultur-Institution "Public Netbase" in den Räumen des Architekturzentrums Wien. Am Freitag abend ging die zweitägige Konferenz zu "Infopolitik, Elektronische Medien und die Krise der Demokratie" zu Ende, zu der Gäste aus ganz Europa angereist waren, um mit einer hochrangigen Runde von internationalen Experten, Wissenschaftern und Polit-Aktivisten die notwendigen Strategien zu diskutieren.

"Die Krise", so fasste Public Netbase-Leiter Konrad Becker zum Abschluss den Tenor der Konferenz zusammen, "markiere das Ende eines naiven Utopismus und den Beginn einer Neuorientierung, welche in ihrem Eintreten für freie Kommunikation bereits auf eine solide Basis von Netzkultur-Erfahrung bauen kann."

Als Vortragende waren u.a. mit dabei: die ehemalige Wired-Journalistin Paulina Borsook (US); Geert Lovink (NL/AUS), Mitautor des Konferenzkonzepts und Vordenker der kritischen Netzkultur; Franco Berardi (I), Theoretiker und Polit-Aktivist; Chantal Mouffe, belgische Theoretikerin. Die Statements der Vortragenden sind abrufbar unter:
http://darkmarkets.t0.or.at/downloads/darkmarkets_statements.rtf



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M e d i e n / MedienGeschichte

Medienhistorische Forschung

Neue Ausgabe des Fachperiodikums
"Archiv für Mediengeschichte" erschienen


10.10.2002 - Das "Archiv für Mediengeschichte" ist ein neues und neuartiges Fach- periodikum, das sich ausschließlich der medienhistorischen Forschung widmet.

Das "Archiv für Mediengeschichte" versteht sich als ein Organ, das die auch international- umfangreich angewachsene und qualitativ fort- geschrittene mediengeschichtliche Forschungstätigkeit wenigstens in einigen ihrer wichtigen Teile und Züge sammelt und dokumentiert, da- bei bündelt und bisweilen sortiert, aufschließt und verfügbar macht.

Jede Ausgabe des Archivs für Mediengeschichte wird einen Themen- schwerpunkt haben, der jeweils ein zentrales medienwissenschaftliches Forschungsfeld bezeichnet und in den Beiträgen exemplarisch bearbeitet werden soll. Einzelfallstudien werden dabei ebenso eine Rolle spielen wie Materialdarstellungen und konzeptionelle Überlegungen.

Im Zentrum der jetzt erschienen zweiten Ausgabe des "Archivs für Mediengeschichte" steht die Geschichte des Mediums Licht. Dementsprechend untersucht der zweite Band die historisch nachweisbaren Wandlungen in Begriff und Funktion des Lichts; die vielfältigen Formungen und Figurationen, denen das Medium Licht unterworfen wurde und die noch stets gerade in ihrem Wandel gegenüber anderen Formen das Licht selbst als Me- dium dennoch sichtbar, ahnbar wenigstens zu machen verstanden haben.

Lorenz Engell, Bernhard Siegert, Joseph Vogl [Hrsg.]: "Archiv für Mediengeschichte No.2: Licht und Leitung", Weimar (Universitätsverlag) 2002, 270 S.

Mehr Information unter:
http://www.uni-weimar.de/medien/philosophie/publikationen/afmg.htm



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M e d i e n / Fernsehen/ Parteien und Fernsehen

Eins links, eins rechts: Parteien-Proporz-TV

Parteienforscher Joachim Raschke berichtet aus dem ZDF


09.10.2002 - Raschke sollte im ZDF die Bundestagswahl 2002 als wissenschaflicher Experte politologisch analysieren. Im Räderwerk des großen Apparates gewann er überraschende Einblicke in das Parteifernsehen und die Rolle politologischer Analysten. In der Süddeutschen Zeitung berichtete er darüber unter anderem:

"...Man lässt sich immer auf ein extrem zugespitztes Sendezeitproblem ein, wenn man beim Fernsehen mitspielt. Immer ist man geplagt von dem Dilemma, für viele nichts oder für wenige etwas zu sagen. Im Für-viele-nichts-Fernsehen sind die Analysten einfach Teil eines Arrangements, bei dem Gängiges und nicht zu Tiefgründiges auch noch einmal durch einen fiktiven Experten gesagt wird. Fiktiv deshalb, weil er im Rahmen der eingeräumten Soundbites inhaltlich gerade nicht den Experten, sondern – bestenfalls – den Common sense-Mann im Gewand des Experten geben kann. Entscheidend ist die eingeblendete Unterzeile: Professor XY, Politikwissenschaftler. Zur Vermehrung von Einsichten kann solche dekorative Verwendung von Expertise nicht dienen.

Bemüht man sich – oft mehr schlecht als recht – dem extremen Zeitdruck etwas abzuringen, was die politikwissenschaftliche Herkunft inhaltlich gerade noch erkennbar macht, braucht man wenigstens die Sicherheit eines Minuten-Minimums. Wenn dieses noch im Proporz verteilt und gebrochen werden soll, ist die Idee eines wissenschaftlichen Analysten am Ende...

Weiter unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv/am210090.htm#top



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M e d i e n / Gewalt & Medien/

"Virtuelle Welten - reale Gewalt"

Ein Buch zum Thema neue Spielwelten und Gewalt


08.10.2002 - Computerspiele sind längst nicht mehr nur ein Zeitvertreib für ein paar Jugendliche, sondern ein einflussreiches Medium und ein großer und boomender Markt. Wie sehr bestimmte Spiele und exzessives Spielen die Menschen prägen, wurde nach dem Schulmassaker in Erfurt erneut heftig diskutiert. Die Auswirkungen sind vielfältig und vermutlich tiefgreifend, da Computerspiele - ähnlich wie Kino, Rundfunk, Fernsehen oder Video - die Wahrnehmung der Welt und die Erwartungen an die Lebenswelt verändern.

Zu diesem Themenkomplex ist im Verlag Heinz Heise das Buch "Virtuelle Welten - reale Gewalt" (Florian Rötzer Hrsg.) erschienen. Die Beiträge in diesem Band zeichnen einige der möglichen Zusammenhänge und Untiefen der neuen Spielwelten mit dem Thema der Gewalt nach. Sie machen vor allem deutlich, dass Medienwirkungen weitaus komplexer sind als die nach dem Massaker von Erfurt vielfach angebotenen Schablonen kurzschlüssiger Erklärungen. Und es sind paradoxerweise die auf Aufmerksamkeit schielenden Medien selbst, die plakative Thesen zur Medienwirkung erzeugen und weiter reichen. Komplizierte, daher schwieriger darzustellende und weniger spannende Überlegungen finden in aller Regel in ihnen keinen Platz.

(Quelle: telepolis)

Mehr unter:
http://www.heise.de/tp/deutsch/html/buch_6.html

Das Schulmassaker von Erfurt:

Nach Amoklauf in Erfurter Gymnasium: Politiker wetteifern mit schnellen Antworten
Experten warnen vor einfachen Lösungen. Ehemaliger Schüler hatte am 26.04.
im Erfurter Gymnasium 16 Menschen und sich selbst getötet.

Amoklauf in Erfurt entfacht Debatte über Gewalt in den Medien
Medienforschung: Kein kausaler Zusammenhang zwischen Medienkonsum und
gewalttätigem Handeln. Runder Tisch soll Kodex gegen Gewalt erarbeiten.
 Amokläufer war abgeglitten in eine eigene künstliche Welt der Gewalt.

Bundesregierung plant schärfere Auflagen für Videos und Computerspiele
Als Reaktion auf die Bluttat von Erfurt beschloss das Kabinett eine Neuregelung des
Jugendschutzes. Wissenschaftler sehen Zusammenhang zwischen gewalttätigen
Computerspielen und Aggressionen.




[ Übersicht ]
 
M e d i e n / Audio-CD /

"Klang wie aus der Teifkühltruhe"

20 Jahre Audio-CD


04/07.10.2002 - Vor 20 Jahren brachten Sony und Philips die ersten Abspielgeräte für Audio-CD auf den Markt. Der neue Tonträger konnte sich rasch etablieren und bescherte den Schallplattenfirmen während Jahren Rekordumsätze. Seit kurzem beginnt sich aber abzuzeichnen, dass die Audio-CD als Medium für den Transport von elektronisch gespeicherter Musik an Bedeutung verliert. Ihre Rolle wird vom Internet übernommen.

Die ersten CD-Produktionen boten Klaviermusik von Frédéric Chopin, gespielt von Claudio Arrau, das Album "52nd Street" von Billy Joel oder "The Visitors" von Abba. Obwohl das neue Medium gegenüber der Schallplatte zahlreiche Vorteile bot, war es nicht unumstritten. Es fand zwar beispielsweise in Karajan einen prominenten Befürworter, aber gerade auch unter Musikern und Tonmeistern zahlreiche Kritiker. Den Klang der CD beschrieb ein Tonmeister damals "als absolut schockierend, extrem spitz und grell, wie aus der Tiefkühltruhe, eckig und steril, seltsam verhärtet, oft ohne jeden belcantistischen Charme". Da aber die grossen Schallplattenfirmen die Verbreitung des neuen Mediums nach Kräften förderten, war der Markterfolg nicht aufzuhalten. 1983 wurden in den USA 800 000 CD verkauft, drei Jahre später waren es 53, 1990 288 Millionen. Weltweit sollen in den vergangenen 20 Jahren mehr als 110 Milliarden Scheiben produziert worden sein.

(Quelle: nzz)

Mehr unter:
http://www.nzz.ch/2002/10/04/em/page-article8FPC5.html



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M e d i e n / Datenübertragung /

Datenaustausch per Händedruck

In Japan wird neues Datenübetragungsverfahren entwickelt


07.10.2002 - Der japanische Telekommunikations-Konzern NTT und seine Mobilfunk-Tochter NTT DoCoMo arbeiten an einem neuen Datenübertragungsverfahren, bei dem die Leitfähigkeit des menschlichen Körpers zum Austausch von Informationen zwischen elektronischem Gerät genutzt wird. Wie die Wirtschaftszeitung Nihon Keizai Shimbun berichtet, könnte es damit schon bald möglich sein, dass Nutzer von PDAs beim begrüßenden Händeschütteln automatisch Daten -- etwa die von elektronischen Visitenkarten -- zwischen ihren digitalen Assistenten austauschen.

(Quelle: heise)

Mehr unter:
http://www.heise.de/newsticker/data/pmz-07.10.02-001/



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M e d i e n / Datensammeln / Überwachung



Europol soll US-Behörden bis Jahresende Daten liefern


14.09.2002 - Die europäische Polizeibehörde Europol soll noch dieses Jahr die Erlaubnis erhalten, personenbezogene Daten an US-Behörden zu übermitteln. Das kündigte der dänische EU-Vorsitz bei einem Treffen der europäischen Justiz- und Innenminister mit ihrem US-Kollegen John Ashcroft gut ein Jahr nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 an. Ein entsprechendes Abkommen solle möglichst noch vor dem Jahresende geschlossen werden, sagte die dänische Ressortchefin Lene Espersen am Samstag in Kopenhagen.

(Quelle: dpa)

Mehr unter:
http://www.boa-muenchen.org/boa-archiv/am209140.htm#top



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M e d i e n / I n t e r n e t / Überwachung

Grundlegende Freiheiten werden beschnitten

Internet verstärkt unter Kontrolle der Geheimdienste


11.09.02 - "Grundlegende Freiheiten werden im Internet beschnitten", warnt die Nichtregierungsorganisation "Reporter ohne Grenzen". Viele Staaten zwingen durch neue Gesetze Internetprovider und Elektronikunternehmen dazu, potentielle Handlanger der Polizei zu werden, stellt ihr Report zur Überwachung des Internet seit den Anschlägen vom 11. September fest.

Nicht nur Staaten wie China oder Saudi-Arabien würden private Emails überwachen, sondern auch in den USA, Deutschland, Frankreich, Dänemark, Spanien und Italien lesen Geheimdienste verstärkt die elektronische Post ihrer Bürger.

(Quelle:jw)

Mehr unter:
http://www.jungewelt.de/2002/09-11/009.php
http://www.reporter-ohne-grenzen.de/news/110902.html

Report "The Internet on Probation":
http://www.rsf.org/IMG/doc-1274.pdf

(Quelle:jw)



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M e d i e n / K r i e g   und  d e n   M e d i e n / F ä l s c h u n g

Projekt "Mary 101"

Fälschten US-Militärs Bin-Laden-Videos?


28.05.2002 - Wissenschaftler am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in den USA haben am Computer Videos erstellt, in denen Leute Dinge von sich geben, die sie in Wirklichkeit so nie gesagt haben. In dem Anfang der vergangenen Woche der Öffentlichkeit vorgestellten Projekt "Mary 101", das auch auf den Internetseiten des MIT (http://web.mit.edu/newsoffice/nr/2002/videoai.html) gezeigt wird, filmten die Forscher beispielsweise eine Frau beim Reden und manipulierten die Bilder passend acht Minuten lang zu einem völlig neuen Text, sogar den japanischen Text eines Liedes schoben sie den ursprünglich englischen Texten der Sprecherin als animierte Synchronisierung unter.

Im Gegensatz zu bisherigen unzulänglichen Experimenten in dieser Richtung konnten die Videos des MIT auch Fachleute überzeugend täuschen. Die Forscher selbst bezeichnen die weitgehend automatisierte Technik als "video-realistisch".

Nach Veröffentlichung des MIT-Materials begannen in der kritischen Öffentlichkeit der USA heftige Debatten, ein böser Verdacht kam auf. Welche Bin-Laden-Videos in den Medien sind oder waren wirklich echt? Dies fragen jetzt US-Bürger in Leserbriefen und Internetforen. Die Frage ist berechtigt, denn der heutige Entwicklungsstand des MIT-Projektes ist nach Fachmeinung wohl bereits vor knapp einem Jahr erreicht worden.

Mit der neuen Technologie wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht nur am MIT gearbeitet. Sie dürfte sich auch in den Händen der US-Militärs und Geheimdienste befinden.

Vor dem Hintergrund des "Mary 101"-Projektes muß nun ernsthaft geprüft werden, wie authentisch aufgetauchte Videos des letzten halben Jahres wirklich sind, mit denen der Krieg in Afghanistan von der Bush-Administration begründet und die Existenz der Terrororganisation Al Qaida, wie sie die Bush-Administration kennen will, angeblich schlüssig belegt wurde. (Quelle: jw)



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M e d i e n / G e w a l t   i n  d e n   M e d i e n

"Yea!!!! Let`s go kill people"

US-Armee verschenkt elektronische Killerspiele an Jugendliche


27.05.2002 - Ab August will die US-Armee gebührenfrei den weltweit wohl ersten amtlichen Ego-Shooter verschicken. Freunde virtueller Kriegsführung können sich das Computerspiel "America's Army" dann kostenlos im Internet bestellen oder in den Rekrutierungsbüros abholen. Einzige Bedingung: Interessenten müssen zwischen 13 und 34 Jahre alt sein. Das ist die Zielgruppe, für die das "innovative, realistische Computerspiel" von Simulations-Fachleuten des Pentagon mit Hilfe ziviler Programmierer auf der Grundlage etablierter Vorbilder entwickelt wurde. Denn wer gern am Computer Soldat spiel, glauben die Militärs, der könnte sich ja vielleicht auch im richtigen Leben fürs Waffenhandwerk begeistern.

Rund fünf Millionen Dollar hat sich die Armee das Ballerspiel kosten lassen. "Kein anderes Armeespiel ist so real", verspricht die Armee. Spieler können eine virtuelle Grundausbildung absolvieren, eine Karriere als Ranger, Scharfschütze oder Fallschirmspringer einschlagen und zum elektronischen First Sergeant aufsteigen. Im Action-Teil geht es zu wie in jedem Ego-Shooter: Es kommt darauf an, mit dem eigenen Team den Gegner abzuknallen, bevor er den Finger am Abzug hat. Ob das Anliegen der Armee immer verstanden wird, ist fraglich. Auf ihrer Webeite hat die US-Armee ein parr begeisterte Zuschriften veröffentlicht. "Yea!!!! Let's go kill people", lautet eine. (Quelle: fr)



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Medienkonsum und Verbrechen

Experten: Gewalt in den Medien führt nicht direkt zu Bluttaten


17.05.2002 - Gewalt in den Medien führt nach Expertenmeinung nicht direkt zu Bluttaten wie den Todesschüssen von Erfurt. Verbrechen als direkte Wirkung von Medienkonsum blieben der Einzelfall, sagte der Generaldirektor des Europäischen Medieninstitutes Düsseldorf/Paris, Professor Jo Groebel, am Freitag auf einer Veranstaltung des bayerischen Familienministeriums in München. Andere Faktoren wie das Familienklima oder Alltagsfrustrationen seien entscheidendere Ursachen.

Allerdings kann Gewalt im Fernsehen und in Computerspielen nach Einschätzung von Groebel bereits vorhandene Gewaltbereitschaft kanalisieren. "Ein entscheidender Effekt ist, dass die Gewaltdarstellungen das gesellschaftliche Klima, die Weltbilder und die Werte langfristig prägen." So könnten "geringere Aggressionsformen" wie Gewalt auf dem Pausenhof als vermeintlich harmlos erscheinen. "Das Risiko ist also da und sollte nicht unterbewertet werden."

"Medien sind nicht der einzige Weg in die Gewalttätigkeit", sagte auch der Lehrstuhlinhaber für Psychologie an der Universität Regensburg, Professor Helmut Lukesch. Allerdings biete Gewalt in den Medien eine scheinbare Lösung für Konflikte an. "Die Medien enthalten damit auf jeden Fall ein Risikopotenzial", sagte Lukesch. (Quelle: dpa)

Mehr zum Thema :

Schärfere Auflagen für Videos und Computerspiele geplant
http://www.boa-muenchen.org/boa-kuenstlerkooperative/n0205100.htm#top

Amoklauf in Erfurt entfacht Debatte über Gewalt in den Medien
http://www.boa-muenchen.org/boa-kuenstlerkooperative/n0205030.htm#top

Der Erfurter Amoklauf
http://www.boa-muenchen.org/boa-kuenstlerkooperative/n0204290.htm#top



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"Verrohende Wirkung ist nicht gegeben"

Computerspiel "Counter-Strike" bleibt Jugendlichen zugänglich


16.05.2002 - Das umstrittene Computerspiel "Counter-Strike" bleibt auch nach dem Amoklauf von Erfurt für Jugendliche zugänglich. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (BPJS) entschied am Donnerstag in Bonn, das Spiel nicht auf den Index zu setzen.

"Eine verrohende Wirkung ist nicht gegeben, weil die Umsetzung der Aktionsszenarien weitgehend auf Effekthascherei verzichtet", hieß es zur Begründung. Das zwölfköpfige Gremium räumte zugleich ein, dass das Spiel auch Elemente habe, die eine Indizierung gerechtfertigt hätten. So sei es wesentlicher Bestandteil von "Counter-Strike", virtuelle menschliche Gegner zu töten. Eine Indizierung des Spiels hätte ein komplettes Werbeverbot für "Counter-Strike" bedeutet sowie die Auflage, es für für Jugendliche unzugänglich zu machen. Diese "gravierenden Rechtsfolgen" wären in diesem Fall zu weitreichend, erklärte die BPJS. Nach Einschätzung des Gremiums gehört das Spiel aber nicht in die Hände von Kindern und jüngeren Jugendlichen.

"Counter-Strike" war Berichten zufolge eines der Lieblingsspiele des Erfurter Amokläufers Robert Steinhäuser. Der 19-Jährige hatte vor knapp drei Wochen in seiner ehemaligen Schule 16 Menschen und anschließend sich selbst erschossen. (Quelle: afp)

Die Software fürs Massaker:

Das sogenannte Waffenarsenal von "Counterstrike".
Anweisung: Wähle Primär- und Sekundärwaffe, Gwehr und Pistole.

Die Opfer
Der Spieler kann ihnen das Aussehen von Personen geben, die er nicht mag. Beispielsweise kann die Figur "Schulmädchen" im Internet abgerufen werden. Es wird in einem Entführungsszenario online erschossen.

Die Aktion
Aus der "Ego"-Perspektive Gebäude stürmen, Geiseln festsetzen, Menschen erschießen....

Mehr zum Thema:

Tilman Baumgärtel - Jugendbewegung auf dem Index
Die Debatte um Computerspiele wie "Counterstrike" spiegelt einen Generationskonflikt: Die Mehrheitsgesellschaft kennt ihren Nachwuchs nicht mehr.
http://www.taz.de/pt/2002/05/16.nf/ressort.q,TAZ.re,sw

Florian Rötzer - Die Wahrheit über das Massaker in Erfurt
Die FAZ und der bayerische Innenminister suchen die Schuld bei Computerspielen, die Counterstrike-Community ist geschockt und sucht nach Gegenargumenten
http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/12432/1.html



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"Mangelnde Trennung zwischen Realität und Fiktion"

Forscher: Globalisierung der Gewaltkultur hat Deutschland erreicht


29.04.2002 - Mit dem Amoklauf von Erfurt hat nach Ansicht des Medienforschers Jo Groebel eine sich weltweit ausbreitende "Gewaltkultur" Deutschland erreicht. Die Tat habe die gleichen Muster wie zahlreiche Amokläufe der jüngsten Vergangenheit in aller Welt, erklärte der Direktor des Europäischen Medieninstituts am Montag in Düsseldorf. In Erfurt habe eine "hoch brisante Mischung aus Frustration, Waffenfaszination und ständigem Konsum von Gewaltmedien" den 19-Jährigen zu seiner Tat getrieben, sagte der Professor.

Vor allem männliche Jugendliche bekämen nur noch durch extreme Reize den berühmten "Kick", eine als angenehm empfundene physiologische Erregung. Medienvorbilder mit sieghaften Helden versprächen zudem einen hohen Status in der Gesellschaft. Gewalt gelte zunehmend als Mittel im Sinne eines Ventils für Ärger und zur Problemverarbeitung. In diesen Gewaltmedien werde der Anschein vermittelt, mit einer Waffe in der Hand könne man die Gewalt und Macht ausüben, die einem sonst abgehe.

Besonders problematisch sei, dass Gewalt inzwischen Kult sei: "Sie gilt als wirklich "hipp", und um real oder virtuell dazuzugehören, muss man Gewalt mindestens als soziale Haltung befürworten."

Gewalt erscheine den Jugendlichen durch die Präsentation in den Medien als normal, werde durch ihre Häufigkeit für die Realität überschätzt und gelte deshalb als nahe liegende Handlungsoption. Die Gewöhnung an extreme Formen der Gewalt führe zu einer Abnahme des Mitgefühls mit den Opfern und schließlich werde durch die mangelnde Trennung zwischen Realität und Fiktion langfristig das Welt- und Menschenbild vieler Jugendlicher verändert. (Quelle: afp)

Europäisches Medieninstitut:
http://www.eim.org/



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Einfacher Sachverhalt

Terrorismus ist medienorientiert


22.04.2002 - Die Welt hat es nach Darstellung des Kommunikationswissenschaftlers Prof. Hans-Bernd Brosius derzeit mit einem medienorientierten Terrorismus zu tun. Anschläge würden dabei wie nach einem "Kochbuch" inszeniert. Dieses Buch folge der Logik, dass "erfolgreiche" Terrorakte weitere nach sich zögen, sagte der Direktor des Medien Instituts Ludwigshafen am Montag bei einer Feier zum zehnjährigen Bestehen seines Instituts. "Erfolgreich" sei ein Terrorakt dann, wenn er kommunikativ auf die jeweilige Terrorgruppe und deren Ziele aufmerksam mache.

"Ein solcher medienorientierter Terrorismus basiert auf dem einfachen Sachverhalt, dass Gewalt das interessanteste Thema für Medien ist. Über Gewalt kann man nicht nicht berichten", sagte Brosius, der auch an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität lehrt. Beispiel seien die inszenierten Anschläge vom 11. September. Geiseln und Schaden seien den Terroristen wichtig, aber nicht so wichtig wie die öffentliche Aufmerksamkeit. Dennoch müsse über Terroranschläge berichtet werden, um die Menschen zu informieren. (Quelle:dpa)



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Webcasting

Radiomachen im Netz


05.03.2002 - Wer auf die Web-Seite http://pages.nyu.edu/%7Edp51/toolkit/av.html klickt , erhält gut verständliche Anleitungen für das Audio-Online-Streaming mit den bekanntesten Softwares (u.a. RealAudio und MP3). Die Hard- und Software-Voraussetzungen werden dargestellt, Links zu Downloads geboten, Gebrauchsanweisungen für Einstellungen und Konfigurationen gegeben.

Wer lieber per konventionellem on air-Broacasting auf Sendung geht, erfährt unter http://www.irational.org/sic/radio/ welchen vergleichsweise enormen technischen Aufwand es erfordert, ein Radiopirat zu werden. (quelle: swr)



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VRML
Virtuell Reality Modeling Language
VRML ist eine Web-Sprache, die die dreidimensionale
interaktive Darstellung im Internet ermöglicht.

BOA-VRML-Animation

Um die Animation abspielen zu können, wird ein Netscape-Browser
(ab Version 4.0) mit installiertem Cosmoplayer (plug-in) benötigt.


 
 

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