Betr.: Philosophie und Medien
 
ELECTRONIC WRITING
Bild, Sprache und Schrift im Zeitalter des Internet

:-)  :-<   :-*   :-(    WWW. 
 

Ein Zeichen ist erst durch seinen Gebrauch als Laut, als Buchstabe oder als Bild bestimmt. (1)
 
 
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"Die unter den Bedingungen der abendländischen Schriftkultur  entstandenen und seither als selbstverständlich geltenden Grenzziehungen zwischen Bild, Sprache und Schrift werden durch die semiotischen Praktiken, die sich im Internet entwickeln, auf tiefgreifende Weise verändert.(...)

So wenig ein durchgehendes Wesensmerkmal aufzeigbar ist, das Bilder als Bilder, Sprache als Sprache und Schrift als Schrift definiert, so wenig lassen sich feste Trennungslinien zwischen den unterschiedlichen Zeichentypen fixieren. Bilder, Laute und Buchstaben sind immer auch relativ auf und in Abhängigkeit von den Medien im engsten Sinn, die den Rahmen ihres Gebrauchs abstecken, voneinander abgegrenzt bzw. miteinander verflochten. Das moderne Mediensystem, in dem audiovisuelle Medien und Printmedien deutlich voneinander geschieden waren, legte strikte Grenzziehungen zwischen den Zeichensorten nahe. Das multimediale Zeichengeflecht des WWW hebt diese Trennungen auf und definiert die Relationen neu. (...)

Der dialogische Gebrauch von geschriebenen Zeichen im Kontext des neuen Mediums Internet führt zu einer Veränderung im System der Zeichen insgesamt. Die Übergänge zwischen Sprache und Schrift werden fließend. Die traditionelle Auszeichnung der gesprochenen Sprache als Medium der Präsenz wird durch die 'appräsente Präsenz' der Teilnehmer im On-line Chat unterlaufen. Die Schrift erfährt eine Rehabilitierung. (...)

Neben die 'Verschriftlichung' der Sprache, die sich in den Kommunikationsdiensten vollzieht, tritt die für das WWW charakteristische 'Verbildlichung' der Schrift. Sie kommt sowohl im bildhaften Umgang mit der phonetischen Schrift als auch in der Rehabilitierung nicht-phonetischer Schriften zum Ausdruck. (...)

Das vernetzte Hypertextsystem des WWW radikalisiert die(..) im "electronic writing" grundsätzlich bereits angelegte Tendenz zur Verbildlichung der Schrift. (...)

Unter Hypertextbedingungen werden Schreiben und Lesen zu bildhaften Vollzügen. Der Schreibende entwickelt ein netzartiges Gefüge, ein rhizomatisches Bild seiner Gedanken. Dieses Bild ist vielgestaltig, assoziativ und komplex. Es besteht aus einer Pluralität unterschiedlicher Pfade und Verweisungen, die der Lesende zu neuen Gedankenbildern formt, die sich aus dem Zusammenspiel zwischen der offenen Struktur des Textes und den Interessen und Perspektiven des Lesenden ergeben. (...)" 
 


Zitiert aus dem Philosophischen Internet Essay 
"Bild, Sprache und Schrift im Zeitalter des Internet
von Mike Sandbothe 

http://de.wikipedia.org/wiki/Mike_Sandbothe



 
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     1) These des Philosophen Wittgenstein  (zurück zum Textanfang)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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