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Künstliche Muskeln
Einen neuen Typ künstlicher Muskeln hat ein internationales Team von Wissenschaftlern aus Australien, Italien, den USA sowie aus dem Max-Planck-Institut für Festkörperphysik in Stuttgart entwickelt. (Science 21, Mai 1999)
Diese künstlichen Muskeln wandeln (Carbon-Nano-Aktuatoren) elektrische Energie in mechanische Bewegung um. Wie natürliche Muskeln bestehen die neuen Aktuatoren aus Milliarden von einzelnen, nur Nanometer (1 Nanometer entspricht dem milliardsten Teil eines Meters) kleinen Fasern, die parallel agieren und dabei mechanische Arbeit verrichten. Im Gegensatz zu den relativ schwachen Fasern eines natürlichen Muskels sind die neuen Aktuatoren aus winzigen Kohlenstoff-Nanoröhrchen zusammengesetzt, deren mechanische Eigenschaften denen des Diamants ähnlich sind.
Aufgrund der hohen Festigkeit der Kohlenstoff-Nanoröhrchen sowie der damit erreichbaren mechanischen Bewegungen haben die neuen Aktuatoren das Potential, bei jeder Bewegung sowohl mehr Arbeit zu verrichten als auch eine höhere mechanische Spannung zu erzeugen als alle bisher für Aktuatoren verfügbaren Technologien. Wegen der besonderen Hitzebeständigkeit des Kohlenstoffs kann der neue Materialtyp zudem bei Temperaturen bis zu 1000 Grad Celcius eingesetzt werden.
Quelle: MaxPlanckForschung HV/99